Mobile First Index und mobile Optimierung: 4 Tipps für deine Website

Frau mit Smartphone vor beiger Steinwand.

Mobile First Index: Für Google steht die mobile Suche klar im Fokus.

Menschen suchen immer öfter per Smartphone im Internet. Sei es, um einen Einkauf zu tätigen, sich zu informieren oder zu Unterhaltungszwecken. Im Dezember 2020 lag der Anteil der Smartphonenutzer und -nutzerinnen für Onlinerecherchen bei knapp 56 Prozent, Internetzugänge über den Desktop wurden lediglich von knapp 41 Prozent getätigt – die restlichen Prozentpunkte fallen auf Suchvorgänge per Tablet (Quelle: Statcounter). Und: die Tendenz ist steigend. Auch der Suchmaschinenriese Google weiß das und reagiert mit der angekündigten Umstellung auf den Mobile First Index auf das veränderte Nutzerverhalten. Aber was bedeutet das genau?

In diesem Artikel erklären wir, was der Mobile First Index ist und was du für deine Website hinsichtlich SEO und Content beachten solltest.

Was ist der Mobile First Index von Google?

Den Google Index könnte man auch als Speicherplatz der Suchmaschine bezeichnen: Googles Crawler sammeln täglich umfangreiche Informationen von Millionen von Websites und speichern diese in vielen verschiedenen Rechenzentren ab. Bei Suchanfragen in Google wird der gespeicherte Index durchsucht, die dort abgelegten Inhalte anhand verschiedener Rankingfaktoren bewertet und dann von Google als Suchergebnisse in einer bestimmten Reihenfolge ausgespielt. Soweit so gut.

Bisher wurden für den Index hauptsächlich die Desktopversion einer Website gecrawlt. Die Zeiten sind allerdings ab März 2021 endgültig vorbei. Denn mit der vollständigen Umstellung auf den Mobile First Index bewertet Google nur noch die mobile Variante eines Onlineauftritts.

Das bedeutet konkret: Google beurteilt und indexiert nur noch die Inhalte und Informationen, die auf der mobilen Version einer Website vorkommen. Das ist sinnvoll, erinnern wir uns daran, dass die Zahlen der mobilen Internetzugriffe immer weiter steigen und Google seinen Userinnen und Usern das beste Ergebnis zu einer Suchanfrage liefern möchte. Mit der Umstellung auf den Mobile First Index stellt das Unternehmen sicher, dass Menschen, die mit Ihrem Smartphone online suchen, nur Informationen und Ergebnisse erhalten, die sie auch wirklich mobil abrufen können.

Mobile First Index: die Fakten

Fakt ist: die Mobile First Indexierung ist der neue Standard – allerdings nicht erst seit 2021. In der folgenden Übersicht stellen wir die wichtigsten Infos rund um Google und die mobile Indexierung zusammen:

Smartphone mit Suchstartseite von Google auf einem Tisch.

Der Mobile First Index stellt die mobile Suche in den Fokus.

Mobile First Index von Google

  • Die erste Ankündigung zu einem Mobile First Index kam bereits im November 2016
  • Für alle Websites, die nach dem 1. Juli 2019 online gegangen sind, erfolgt die Mobile-first-Indexierung bereits standardmäßig
  • Bis März 2021 werden alle Websites im Mobile First Index von Google enthalten sein
  • Die mobile Version einer Website ist die primäre Quelle für den Googlebot
  • Der Mobile First Index ist nicht das gleiche wie der Rankingfaktor mobile Optimierung
  • Es gibt keinen separaten Mobile First Index – die Google-Suche verwendet weiterhin nur einen einzigen Index.

Google selbst hat ein umfangreiches Dokument mit Best Practices für die Mobile-First-Indexierung veröffentlicht, in dem Webmaster und SEOs gute Tipps und umfassende Informationen finden.

TIPP

Erfahre in der Google Search Console unter dem Menüpunkt „Nutzerfreundlichkeit auf Mobilgeräten“ welcher Crawler deine Website durchforstet hat. Hier kannst du auch alle indexierten URLs inklusive eventuelle Fehler einsehen.

4 Tipps, um deine Website fit für den Mobile First Index zu machen

Damit Websites im Mobile First Index nicht nur abgebildet werden, sondern bei der Suchergebnissen auch noch gute Rankings erzielen, sollen Websitebetreiber*innen vor allem die folgenden Tipps und Empfehlungen beachten:

#1 Responsive Design nutzen

Websites, die bereits auf ein responsive Webdesign setzen, haben hinsichtlich der neuen Indexierung wenig zu befürchten. Schließlich werden bei dieser auch von Google empfohlenen Variante die Inhalte an die verschiedenen Bildschirmgrößen automatisch angepasst – es gibt lediglich eine URL und einen Quellcode für denselben Inhalt auf unterschiedlichen Endgeräten.

Websites mit unterschiedlichen URLs für Desktop und Mobile oder Seiten, die ihre Inhalte dynamisch an das jeweilige Endgerät anpassen (Dynamic Serving), sind nicht unbedingt im Nachteil, solange sie Inhalte und Versionen für Google richtig kennzeichnen.

#2 Identische Inhalte anbieten

Oftmals sind mobile Versionen einer Website „abgespeckte Varianten“ der Desktopseite, obwohl sie über responsive Designs verfügen. Da Google aber nun primär die mobilen Inhalte für seinen Index crawlt, sollten die präsentierten Informationen auf beiden Varianten vollständig und umfangreich sein. Denn nur die Inhalte, die mobil ausgeliefert und im Quelltext präsentiert werden, sind auch für den Googlebot sichtbar und können für Rankings berücksichtigt werden.

Dabei bezieht sich der Begriff Inhalt auf sichtbare und unsichtbare Informationen auf Websites wie:

  • Texte, Bilder, Grafiken, Audiodateien und Videos
  • Buttons und Verlinkungen
  • Downloadmaterialien
  • Überschriften und Bildunterschriften
  • Metadaten
  • Strukturierte Daten

Google selbst warnt sogar sehr eindringlich vor der Bereitstellung von unterschiedlichen Inhalten:

Warnhinweis von Google zu unterschiedlichen Inhalten auf Desktop und Mobile.

Mobile Websiteversionen sollten identische Inhalte anbieten wie die Desktopvarianten (Quelle: Google)

Warnhinweis von Google zu unterschiedlichen Inhalten auf Desktop und Mobile.

Mobile Websiteversionen sollten identische Inhalte anbieten wie die Desktopvarianten (Quelle: Google)

#3 Content für mobile Nutzung optimieren

Im ersten Schritt sollten Websitebetreiber*innen also sicherstellen, dass sie sowohl mobil als auch für die Suche über den Computer identische Inhalte bereitstellen. Das heißt allerdings noch nicht, dass diese Inhalte automatisch auch für die mobile Suche optimiert sind. Die mobile User Experience bedarf einer separaten Betrachtung und trägt dem Rankingfaktor „mobile friendly“ (dt. Mobilfreundlichkeit) Rechnung. Denn: Nur wenn Google sowie Nutzerinnen und Nutzer meine mobile Website als relevant und qualitativ hochwertig einstufen, kann ich damit auch gute Rankings erzielen.

Content auf einer Website sollte daher stets nach dem „Easy-to-scan-and-easy-to-scroll“-Prinzip bereitgestellt werden. Das bedeutet im Detail:

  • Binde mehr textauflockernde Elemente wie Bilder, Icons, Videos, Listen, Bullet Points, Zitate etc. auf deinen Landingpages ein. Gerade bei holistischen Texten, die in der Regel eher länger sind und mobil daher schnell anstrengend fürs Auge werden.
  • Unterteile lange Texte wie Blogartikel in mehrere kurze Absätze mit aussagekräftigen Zwischenüberschriften. Das gibt Struktur und erleichtert die Lesbarkeit.
  • Biete vermehrt leicht konsumierbare Inhalte (sogenannten Snackable Content) an. Das können zum Beispiel Highlight-Boxen oder Kurzzusammenfassungen sein, aber auch kurze Videos, Podcast-Teaser, Memes oder Infografiken.
  • Zu Beginn einer Seite sollte unbedingt ein Inhaltsverzeichnis mit Sprungmarken eingebunden sein, damit Userinnen und User leichter durch die Seite navigieren können.
  • Erstelle Metadaten immer mit Bedacht und Konzept – schließlich sind dies die Türöffner für deine Seite und meist der erste Kontaktpunkt mit Nutzerinnen und Nutzern. Sie geben unter Umständen den Ausschlag, warum Menschen auf deine Seite klicken. Zudem ist der Title ein wichtiger Rankingfaktor für Google. Mobil sollte dieser maximal 569 Pixel lang sein und die Description maximal 960 Pixel. Alles danach wird einfach abgeschnitten. Prüfe aber dennoch wie Metadaten in der Desktopversion ausgespielt werden und stelle unwichtigere Informationen eher ans Ende – hier hast du nämlich weniger Platz für Title und Description

TIPP

Nutze Akkordeonmodule, um lange und komplexe Inhalte mobil auszuspielen. Dabei kann man Inhalte per Klick auf- und wieder zuklappen. Diese Elemente sparen Platz und machen Websites übersichtlicher. Und hingegen einer allgemein verbreiteten Meinung werden alle ausklappbaren Inhalte von Google für Indexierung und Ranking gewertet. Aber Achtung: Inhalte aus Tabs können nicht in den Suchergebnis-Snippets erscheinen.

#4 Mobile Ladezeiten im Blick haben

Ladezeiten (oder Page Speed) sind bereits seit vielen Jahre ein wichtiger Rankingfaktor. Seit Juli 2018 ist die Geschwindigkeit einer Seite auch offiziell für die mobile Suche relevant. Zudem gibt es mit den sogenannten Core Web Vitals im Zusammenhang mit dem Page Experience Update offizielle Kennzahlen, an denen sich du dich orientieren kannst.

Aber nicht nur für Google sind Ladezeiten wichtig – schließlich geht es darum, vor allem Userinnen und Usern ein exzellentes Erlebnis mit einer mobilen Seite zu bieten. Wenn Websites zu lange laden, sind Nutzerinnen und Nutzer schnell frustriert und geneigt, eine Seite umgehend zu verlassen. Es gibt zahlreiche Tools und Methoden, die bei der Optimierung von Ladezeiten helfen können, dazu gehören unter anderem: Bilder und Dateigrößen anpassen, Javascript richtig einsetzen, Google AMP nutzen und vieles mehr.

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Fazit: Mobile First ist der neue Standard

Wenn immer mehr Menschen über ihre mobilen Endgeräte online gehen, sollten Websitebetreiber*innen Inhalte und Seiten anbieten, die das mobile Erlebnis positiv beeinflussen. Dazu gehören schnelle Ladezeiten, mobilfreundliche Designs genauso wie optimierte Texte und visuelle Inhalte. Mit der Umstellung auf den Mobile First Index im März 2021 macht Google die mobile Suche vollständig zum neuen Standard, reagiert auf die Veränderungen im Suchverhalten und stellt Nutzerinnen und Nutzer somit abermals in den Fokus.

Über die Autorin

Jana Finklenburg
Projektmanagerin und Redakteurin
Content Marketing
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