Content-Aktualität und -Freshness aus SEO-Perspektive

Mehrere Zitronen auf weißem Hintergrund

Aktueller, „fresher“ Content ist für viele Websites ein entscheidender Rankingfaktor.

Wer eine Website hat, braucht Content – so viel steht fest. Doch damit ist es nicht getan: Die Inhalte einer Homepage müssen weiterhin aktuell und „fresh“ gehalten werden, um für User_innen relevant zu bleiben. Auch Google wertet Content-Freshness als wichtigen Rankingfaktor – jedoch nicht für alle Homepages. Wir betrachten in diesem Beitrag das Thema Content-Aktualität, erklären wieso „fresher“ Content so wichtig ist und welche Arten von Websites sich besonders um die Pflege ihrer Inhalte bemühen sollten.

Der englische Begriff „Content-Freshness“ beschreibt die Aktualität der Inhalte einer Website. Im Content Marketing bezeichnet man Content, der kürzlich veröffentlicht oder kürzlich aktualisiert wurde oder häufig aktualisiert wird, als „fresh“. Verändert man über einen längeren Zeitraum nichts an bestehenden Websiteinhalten, spricht man von veraltetem, outdated Content.

Warum Content-Aktualität wichtig ist

Der Content einer Website wird für Userinnen und User erstellt und diese stehen auch im Zentrum des Themas Content-Aktualität. User_innen möchten über Google die relevantesten, aber themenabhängig auch die aktuellsten Beiträge finden. Stellt eine Website seiner Zielgruppe aktuelle Inhalte zur Verfügung, steigt die Wahrscheinlichkeit, Nutzerabsichten zu erfüllen und Nutzer_innen so langfristig zu binden.

Auch Google hat die Wichtigkeit von Content-Freshness erkannt: Seit 2011 wird Freshness von Googles Rankingalgorithmen als wichtiger Faktor berücksichtigt. Google bewertet für jede Suchanfrage, ob Aktualität für das jeweilige Thema besonders gefragt ist, wie Amit Singhal, früherer Senior Vice President bei Google, beschreibt: „Different searches have different freshness needs. This algorithmic improvement is designed to better understand how to differentiate between these kinds of searches and the level of freshness you need, and make sure you get the most up to the minute answers.“

Content-Freshness als Google Rankingfaktor: Der Query-Deserves-Freshness-Algorithmus

Aber wie erkennt Google, ob eine Suchanfrage größerer Aktualität bedarf? Dahinter steckt der Algorithmus Query Deserves Freshness (QDF), der vom damaligen Google-Fellow und Googles späterem Senior Vice President Amit Singhal entwickelt wurde. Hinter QDF steckt ein mathematisches Modell, das festlegt, bei welchen Suchanfragen User aktuelle Informationen erwarten. Gleichzeitig erkennt es auch, für welche Themen Content-Freshness weniger dringend ist.

Basis für die Content-Bewertung durch Google ist das Indexierungssystem Caffeine, das 2010 veröffentlicht wurde. Passend zum Namen werden Websites mit diesem System schneller und kontinuierlich indexiert – pro Sekunde kann Caffeine hunderttausende Websites verarbeiten.

Dadurch ist auch davon auszugehen, dass Googles Bots Seiten mit frischen Inhalten öfter crawlen als Seiten, deren Inhalte veraltet sind. Je öfter sich der Content auf Seiten, für die Aktualität wichtig ist, ändert, desto häufiger werden sie gecrawlt und für mehr durchschnittliche Suchterms gerankt.

Für welche Websites Content-Aktualität besonders wichtig ist

Doch für welche Content-Anbieter ist Aktualität besonders wichtig? Content-Freshness ist für drei Arten von Suchanfragen besonders relevant:

  • Aktuelle Ereignisse und Trends (z.B. Tagesgeschehen oder „Wohntrends des Jahres“)
  • Regelmäßig wiederkehrende Ereignisse (z.B. Bundesliga)
  • Informationen, die sich häufig ändern (z.B. Corona-Updates)

Ein Blick in die Google-SERPs für aktuelle Ereignisse zeigt, dass die Topergebnisse meist nur wenige Minuten alt sind. Hier ist es aus User-Perspektive jedoch nicht wichtig, dass die Inhalte neu, sondern dass sie auf dem aktuellen Stand sind.

Verleger-Websites und natürlich insbesondere Nachrichtendienste sollten Content-Freshness größte Wichtigkeit beimessen, da das Ranking hierdurch beeinflusst wird – die Inhalte sollen ihre Zielgruppe auch erreichen.

Ganz anders verhält es sich mit E-Commerce-Webseiten. Hier zeigen Analysen sogar, dass eine größere Anzahl an Aktualisierungen zu einem schlechteren Ranking führen können. Für zeitlose Inhalte ist eine regelmäßige Content-Pflege daher weniger entscheidend.

Matt Cutts, früherer Chef des Webspam-Teams bei Google, bestätigt, dass es bei Content Freshness auf die Art von Website und ihren Inhalten ankommt: „And if you’re not in an area about news – you’re not in sort of a niche or topic area that really deserves a lot of fresh stuff, then that’s probably not something you need to worry about at all.”

Es gilt also, Aktualisierungen an die User Intents anzupassen: Handelt es sich um ein Thema, bei dem sich Informationen schnell verändern, ist ein regelmäßiges Content-Update wichtig.

Hand mit einem Smartphone vor grüner Pflanze

Content-Freshness in vier Schritten

  • Erörtern Sie aus Nutzerperspektive: Wie wichtig ist Aktualität für Ihre Inhalte (Newsbereich oder E-Commerce)?
  • Finden Sie heraus, ob das Thema ganz neue Inhalte braucht oder ob Sie es auch durch Aktualisierungen frisch halten können
  • Erstellen Sie einen Redaktionsplan, um regelmäßige Updates und Veröffentlichungen festzulegen
  • Prüfen Sie älteren Content regelmäßig, ob sich eine Aktualisierung hier noch lohnt – bei nicht-relevanten, veralteten Inhalten ist das Löschen der URL oft sinnvoll.

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Über die Autorin

Projektmanagerin Jordis Lau aus dem Kolibri-Team

Jordis Lau
Redakteurin Content Marketing
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