Tipps für eine effiziente Website-Übersetzung

Andere Länder, andere Sitten – und häufig auch andere Sprachen und andere Kunden. Wer mit seinem Unternehmen einen fremdsprachigen Markt erschließen möchte, steht vor einer nicht zu unterschätzenden Herausforderung. Potenzielle Kunden und Geschäftspartner in einer fremden Sprache anzusprechen, erfordert Feingefühl. Wer es jetzt richtig angeht, der kann neue Märkte erschließen. Grundvoraussetzung hierfür im 21. Jahrhundert: eine mehrsprachige Website, die zu mehr Traffic und schließlich zu internationalem Umsatz führt.

Für viele führt der erste Gedanke in englischsprachige Märkte. Das ist auch nicht besonders abwegig, betrachtet man die Anzahl englischsprachiger Menschen weltweit. Dennoch sollten viele Unternehmen hier nicht stoppen. Denn was ist mit den Kunden, deren Muttersprache nicht Englisch ist? Wer sucht online schon nach Information oder Produkten in einer Nicht-Muttersprache? Mehr als 3 Milliarden Internetnutzer sprechen kein Englisch, mehr als die Hälfte des Onlinehandels wird in einer anderen Sprache als Englisch abgewickelt und die Wahrscheinlichkeit, dass der User etwas online kauft, ist viermal höher, wenn die Website in seiner eigenen Sprache verfasst ist. Wenn das keine Gründe sind, in eine professionelle Übersetzung zu investieren …

Onlineinhalte übersetzen – die Investition lohnt sich

Zugegeben, die Übersetzung einer Website ist aufwendig und nicht von jetzt auf gleich erledigt. Trotzdem sollte sich jedes Unternehmen bewusst sein, dass sich die Übersetzung schnell lohnen kann. Mit einer übersetzten Website investiert man langfristig und spricht Kunden und Partner direkt an – so generiert man Vertrauen, von dem beide Seiten profitieren. Wichtig ist es, in eine professionelle Übersetzung zu investieren – und das sagen wir nicht, weil wir als Übersetzungsbüro unser Geld verdienen. Schließlich soll die Website in jeder Sprache genau auf die jeweilige Zielgruppe und den Zielmarkt abgestimmt sein. Eine kostenlose maschinelle Übersetzung kommt da bei weitem nicht an das ran, was ein professioneller Übersetzer leistet. Wie so oft gilt auch hier: Wer Umsatz machen will, muss vorher investieren. Eine gute und langfristige Planung ist das A und O, damit das Übersetzungsprojekt glatt über die Bühne geht. Am besten startet man drei bis sechs Monate vor dem Relaunch-Termin der Website mit der Organisation.

Website-Übersetzungen: Vorarbeit macht sich bezahlt

Wer rechtzeitig anfängt, gerät nicht so schnell unter Zeitdruck. Weniger Fehler passieren, wichtige Schritte werden nicht übersehen. Wird eine Website ganz neu aufgesetzt, sollte man die Internationalisierung dieser direkt bei der Konzeption mitdenken – damit Inhalte und Aufbau für die wichtigsten Zielmärkte bereits im Vorfeld angepasst sind und bei der Übersetzung weniger im Nachgang lokalisiert werden muss. Wer vor der Aufgabe steht, eine bestehende Seite für einen Relaunch in einer anderen Sprache umzusetzen, sollte sich ca. 2–3 Monate vor Relaunch-Termin mit dem Übersetzungsbüro in Verbindung setzen, damit alle wichtigen Schritte zur Vorbereitung erfolgen können. Welche das im Einzelnen sind, haben wir hier zusammengestellt:

Technische Voraussetzungen klären

Auch, wenn es nicht jedermanns Lieblingsthema ist und sich nicht alle Projektverantwortlichen gleichermaßen mit dem Thema auseinandersetzen, ist die Klärung der technischen Voraussetzungen ausschlaggebend für den Erfolg der Website-Übersetzung. Denn die Art und Weise wie Daten aus dem CMS exportiert und wieder eingepflegt werden, hat Auswirkungen auf Zeit und Kosten des gesamten Projekts. Ziel ist es, die Daten automatisch und nicht manuell ein- und auszulesen – das sichert die Effizienz und beugt Fehlern vor. Also gilt es, Rücksprache mit den IT-Experten zu halten und folgende Punkte zu klären:

  • Content-Management-System: Die meisten CMS können dank Plug-in, Konnektoren, API oder Proxy-Server alle Inhalte in ein übersetzungsfreundliches Format wie XML oder XLIFF exportieren – so können die zu übersetzenden Texte unkompliziert und übersichtlich bereitgestellt und problemlos in CAT-Tools (Computer-Aided-Translation-Tools) eingebunden und bearbeitet werden. Der Typo3-Import/Export gelingt beispielsweise in wenigen Schritten. Zudem gilt es im Vorfeld zu klären, ob das CMS die gewünschten Zielsprachen unterstützt. Nach der Übersetzung können die Inhalte wieder importiert werden – Fehler beim Kopieren und Einfügen der Texte werden so vermieden. Tipp: Vor der Übersetzung sollte unbedingt ein Testlauf zum Export und Import mit dem Übersetzungsbüro erfolgen, um zu prüfen, ob die technische Umsetzung funktioniert.
  • Onlineshop: Beinhaltet die zu übersetzende Seite einen Onlineshop, muss geklärt werden, ob auch Produktbeschreibungen übersetzt werden sollen oder nur die Haupttexte. Generell empfiehlt sich natürlich auch die Produkttext-Übersetzung, jedoch liegen diese in Einzelfällen bereits in der Zielsprache vor, beziehungsweise werden sie bei schnell wechselnden Sortimenten nicht selten maschinell erstellt. Zudem müssen auch Zahlungsmethode, Lieferoptionen und Kundenmeinungen/-bewertungen geprüft und ggf. für die Übersetzung an den Zielmarkt angepasst werden.
  • Blick aufs Layout: Für den Erfolg der Seite ist auch ein ansprechendes und userfreundliches Layout wichtig. Dabei geht es zum Beispiel um das Zusammenspiel von Text und Bild, aber auch um die Position von CTAs. Deshalb sollten Übersetzer die Möglichkeit haben, den Text im fertigen Layout zu sehen. Wo steht der Text, der gerade übersetzt wird? Dieser Punkt sollte im Idealfall schon beim Export der Datei berücksichtigt werden. Hier lohnt es sich, separate Dateien für jede Webseite zu generieren.

Gut zu wissen: Die exportierten XML- oder XLIFF-Dateien werden mithilfe von CAT-Tools analysiert. Der Einsatz dieser Tools hat mehrere Vorteile: Sie verbessern die Textkonsistenz, garantieren die Verwendung kundenspezifischer Terminologie und reduzieren damit Kosten. Zudem werden Wortwiederholungen und wiederkehrende Formulierungen herausgefiltert und nicht jedes Mal neu übersetzt. Auftraggeber müssen also nur einmal für die Übersetzung dieser Passagen bezahlen und gehen sicher, dass diese Textstellen auch in der Übersetzung immer gleich formuliert sind.

Originaltexte fertigstellen

Sind die technischen Voraussetzungen geklärt, kann es endlich an die eigentliche Textarbeit gehen. Damit die Texte auch in der Zielsprache optimal wirken können, muss allerdings vorab der zu übersetzende Text gecheckt werden:

Entspricht der Text aktuellen SEO-Anforderungen oder muss hier ggf. nochmal nachgebessert werden? Für die Übersetzung empfehlen wir immer einen Keyword-Efficiency-Check im Vorfeld, bei dem Keywords auf ihre Relevanz im Zielland geprüft werden. Ist der Ausgangstext ohne Berücksichtigung von SEO verfasst, wird SEO auch bei der Übersetzung ausgeklammert. Keywords können aber auf Wunsch auch für die Übersetzung im Nachgang recherchiert und hinzugefügt werden. Wichtig ist es, den genauen Bedarf im Vorfeld zu klären – nachträgliche Adaptierungen sind kostspielig und sollten deshalb vermieden werden.

Hinweis: Auch wenn Google in vielen Ländern mit Abstand die meistverwendete Suchmaschine ist, gilt das nicht für alle Regionen der Welt. Yandex oder Baidu werden vor allem in China und Russland vorrangig genutzt und unterliegen ganz eigenen Regeln für eine optimale Auffindbarkeit im Netz.

Mit einer mehrsprachigen Website für eine höhere Reichweite und Sichtbarkeit in der organischen Suche sorgen und neue Zielmärkte erschließen.

Glossar und Lokalisierungs-Briefing erstellen

Jedes Unternehmen hat ein Repertoire an feststehenden Begrifflichkeiten, Redewendungen oder Formulierungen, die nicht geändert werden sollen. Dadurch hebt es sich von anderen ab. Aus diesem Grund benötigt der Übersetzer ein Glossar, das vorab bereitgestellt wird und während des Projekts weiter gepflegt wird. Das Glossar beinhaltet:

  • Firmenspezifische Terminologie
  • Stilvorgaben wie Anrede
  • Fachbegriffe
  • Teile der Unternehmenssprache
  • Erklärung von Begriffen, die häufig falsch verwendet werden
  • No-go-Begriffe, die in Ihren Texten nicht verwendet werden sollen
  • Besondere Abkürzungen

Zudem sollten in einem begleitenden Briefing weitere Elemente, die für die Übersetzung wichtig sind, definiert und festgehalten werden. Neben Angaben zu Tonalität und Ansprache sollte hier auch der Umgang mit folgenden Punkten geklärt werden:

  • Währung und Zeitzonen
  • Schreibweise von Daten, Zahlen, Zeiten und Telefonnummern
  • Maße und Gewichte
  • Firmenbezeichnungen
  • Berufsbezeichnungen

Lokalisierung – viel mehr als eine Übersetzung

Besonders dann, wenn der Markt ein völlig fremder, kulturell anders geprägter Raum ist, muss die Übersetzung über eine Übertragung in eine andere Sprache deutlich hinausgehen. Das kann – je nach Thema und Zielgruppe – bis hin zur Erstellung von neuen Inhalten und Layoutänderungen führen. Schließlich soll Ihr Internetauftritt gut ankommen – niemand soll merken, dass es sich um eine Übersetzung handelt, sondern das Gefühl haben, dass die Seite aus dem eigenen Land stammt.

Deshalb gilt: Eine Website sollte nicht nur übersetzt, sie sollte lokalisiert werden. Dabei sind die Grenzen fließend. Eine genaue Prüfung der zu übersetzenden Seiten und detaillierte Informationen zum Umgang mit beispielsweise Text- und Bildelementen sind für Übersetzungsbüro und Unternehmen daher von hoher Priorität.

Was bedeutet Lokalisierung?

  • Die Inhalte werden an die kulturellen Gegebenheiten angepasst: Das kann von einer anderen Formatierung von Datum und Uhrzeit bis hin zu einer neuen Farbgestaltung aufgrund einer anderen Konnotation in der Zielkultur reichen. Bei letzteren Punkten sind vor allem regionale Webagenturen die richtigen Partner.
  • Nicht nur die Texte müssen für eine gelungene Übersetzung an den Zielmarkt angepasst werden. Auch visuelle Materialien wie Bilder, Grafiken und Video-Content sollten den Gepflogenheiten des Landes entsprechen – daher sollte der Umgang bei der Übersetzung mit diesen Elementen im Vorfeld definiert werden. Wer Bilder, Grafiken und Videos für seine Website erstellt, sollte schon vor der Anfertigung daran denken, dass enthaltene Textelemente einfach zu extrahieren sind. Zudem sollten Videos in der Zielsprache untertitelt oder neu vertont werden.
  • Neben der eigentlichen Website müssen meist auch andere Dokumente übersetzt werden. Vor allem Lieferscheine, Rechnungen oder AGB werden oftmals vergessen. Dabei ist die Übersetzung juristischer Texte besonders wichtig, da ihnen häufig eine andere Rechtslage zugrunde liegt. Die jeweiligen Kammern bieten oft Mustertexte für derartige Texte an.

Hinweis: Unternehmen sollten sich vor Beauftragung eines Übersetzungsbüros Gedanken machen, inwieweit ihre Texte übersetzt oder lokalisiert werden sollen. In einigen Fällen lohnt sich sogar eher die Erstellung von ganz neuen Inhalten. Bei Kolibri Online helfen wir Ihnen gerne, den genauen Bedarf zu definieren.

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Stufen der Content-Übersetzung: der Weg zu einer gelungenen Website-Übersetzung

  1. Teilübersetzung für erstes Feedback: Oftmals wissen Unternehmen vorab gar nicht so genau, wie sie sich die Übersetzung ihrer Website vorstellen beziehungsweise können nicht in Worte fassen, wie sie sich das Resultat wünschen. Aus diesem Grund ist es sinnvoll und bei Kolibri üblich, einen repräsentativen Übersetzungsauszug anzufertigen und Feedback zu Tonalität und Stil einzuholen – am besten von einem Muttersprachler aus der eigenen Marketingabteilung. So können wir rechtzeitig notwendige Schritte einleiten, um gegebenenfalls Anpassungen bei den restlichen Texten vorzunehmen, ohne dass ein großer Mehraufwand entsteht, der das Projekt verzögern könnte und zu einem erhöhten Kostenaufwand führt.
  2. Übersetzung und 4-Augen-Prinzip: Haben sich Übersetzungsbüro und Unternehmen abgestimmt, erfolgt die eigentliche Übersetzung nach dem 4-Augen-Prinzip. Das bedeutet, dass bei Kolibri jede Übersetzung nicht nur von einem Fachübersetzer durchgeführt wird, sondern auch von einem zusätzlichen Korrekturleser geprüft wird. Zudem sichert der verantwortliche Projektmanager die rechtzeitige Lieferung und Einhaltung aller Vorgaben dank eines finalen Qualitätschecks.
  3. Lektorat nach Einpflege: Der Website-Übersetzer bringt die Fähigkeit mit, sich den übersetzten Text bereits in seinem finalen Umfeld vorzustellen. So kann er seine Wortwahl und auch die Satzkonstruktion direkt anpassen. Trotzdem sollte das abschließende Lektorat nach der Einpflege ins CMS im finalen Layout stattfinden. Die Überarbeitung sollte dann im Idealfall direkt im CMS stattfinden. So kann die Übersetzung optimiert und das ganze Projekt als runde Sache abgeschlossen werden.
  4. Die Übersetzung der eigenen Website steht an? Nehmen Sie gern Kontakt zu uns auf und per Mail an info@kolibri.online oder Telefon 0049 40 52 47774 – 0.

Über die Autorin

Jana Finklenburg
Projektmanagerin und Redakteurin
Content Marketing
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