WordPress-Seite exportieren und professionell übersetzen lassen: So geht’s

Regal vor roter Wand mit englischem Wörterbuch und Kisten

Laut aktuellen Statistiken nutzen 63 % aller Websitebetreiber_innen WordPress, um Ihre Inhalte und Produkte online zu präsentieren (Quelle: Hostpress, Stand September 2020). Somit ist es das meistgenutzte Content Management System (CMS) weltweit. Kein Wunder, denn WordPress bietet unzählige Gestaltungs- und Erweiterungsmöglichkeiten. Für alle, die eine Website-Übersetzung planen, bietet es eine besonders nützliche Funktion: man kann die eigene WordPress-Seite als editierbare Datei exportieren und importieren. In unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung erklären wir, wie man einen WordPress-Export vornimmt, welche Dateiformate unterstützt werden und wie das Ganze wieder auf die Seite eingespielt wird.

Extensible Markup Language: Export und Import von XML-Dateien

In WordPress können einzelne Seiten oder die gesamte Website als XML-Datei exportiert und wieder importiert werden. Diese Funktion ist in der Basisversion enthalten, WordPress Export-Plugins werden entsprechend nicht benötigt.

Schritt-für-Schritt-Anleitung: WordPress-Inhalte exportieren als XML-Datei

  1. Ins WordPress-Backend einloggen.
  2. Über den Menüpunkt Werkzeuge in der linken Sidebar die Option Daten exportieren auswählen.
  3. Inhalte, die WordPress exportieren soll, auswählen. Es können lediglich Blog-Beiträge, Landingpages oder die gesamte Website exportiert werden.
  4. Button Export-Datei herunterladen klicken.

Video-Tutorial zum XML-Export

Im Folgenden ein Video-Beispiel für den XML-Export aller Seiten in WordPress:

Der Import: Übersetztes XML-Dokument wieder hochladen

Die Übersetzung ist abgeschlossen und die Zieldatei soll wieder in WordPress importiert werden? So geht’s:

  1. In der linken Sidebar den Menüpunkt Werkzeuge wählen und auf „Daten importieren“ klicken:
  2. Falls noch nicht geschehen, WordPress Import-Plugin installieren.
  3. Sollte das kostenlose Plugin bereits installiert sein, Option Importer ausführen wählen.
  4. Über die Schaltfläche Datei auswählen die übersetzte XML-Datei hochladen.
  5. Bestätigt eure Auswahl, indem Ihr auf Datei hochladen und importieren klickt

Et voilà: Die Übersetzung ist importiert und die zielsprachigen Texte stehen unter Seiten und/oder Beiträge zur Verfügung.

TIPP

Nach Import und Veröffentlichung der übersetzten URLs sollte idealerweise ein Korrektorat oder Lektorat im Frontend stattfinden. Der Kontext wird visualisiert und es fällt leichter letzte Optimierungen vorzunehmen.

Vor- und Nachteile eines XML-Exports – darauf ist zu achten:

Vorteile

  • Es werden keine zusätzlichen Plugins benötigt
  • Die Funktion ist in der Basisversion von WordPress enthalten und impliziert keine weiteren Kosten

Nachteile

  • Widgets werden ggf. nicht mit exportiert, sodass Textbausteine in der exportierten Datei fehlen könnten
  • Je nach Seitenaufbau, kann die Vorbereitung der Datei zur Übersetzung mittels Übersetzungstools einen Mehraufwand verursachen, welcher Lieferdatum und Preis beeinflussen kann

Datenexport als Xliff für effiziente Website-Übersetzungen

Eine weitere Möglichkeit des Datenexports bietet das kostenpflichtige WordPress-Plugin WPML, mit dem Seiteninhalte durch wenige Klicks als XML Localization Interchange File Format (kurz Xliff) exportiert und wieder importiert werden können.

Diese Variante bietet gleich mehrere Vorteile: Durch den Export der Inhalte als Xliff-Datei, wird die Seite vollständig exportiert und alle Inhalte werden erfasst. Außerdem wird das Dateiformat von allen gängigen CAT-Tools so unterstützt, dass sich die Vorbereitungs- und Bearbeitungszeit drastisch verkürzt. Die Texte werden gefiltert, sodass nur der zu übersetzende Text übrig bleibt und Tags und andere Codes ausgeblendet werden, ohne dass man zusätzliche Einstellungen vornehmen muss. Mit einem Kaufpreis von 79,00 $ ist WPML also recht erschwinglich, wenn man bedenkt, dass die Vorbereitung der XML-Dateien mehrere Arbeitsstunden in Anspruch nehmen kann.

CAT (Computer Assisted Translation)

CAT-Tools werden von nahezu allen Übersetzungsagenturen verwendet, um Texte zu bearbeiten. So arbeitet auch Kolibri Online beispielsweise mit memoQ und SDL Trados Studio.

Xliff-Export mit WPML – so funktioniert‘s:

  1. Ins WordPress-Backend einloggen.
  2. Im Menüpunkt Übersetzungsmanagement die zu übersetzenden Inhalte durch Aktivieren der Kontrollkästchen markieren.
  3. In den Übersetzungsoptionen weiter unten auf der Seite auswählen, in welche Sprachen die Seiten/Beiträge übersetzt werden sollen.
    Achtung: Die Ausgangs- und Zielsprache(n) werden bei Installation des Plugins festgelegt. Die Einstellungen können jedoch jeder Zeit im Menüpunkt WPML > Sprachen angepasst werden.
  4. Auswahl mit dem Button Den ausgewählten Inhalt zum Übersetzungskorb hinzufügen bestätigen.
  5. Zum Reiter Übersetzungskorb wechseln und alle Objekte zur Übersetzung einsenden.
    Achtung: Um Artikel zur Übersetzung auschecken zu können, müssen vorher Übersetzungsrollen vergeben werden. Das kann über den gleichnamigen Reiter gemacht werden.
  6. Unter WPML > Übersetzungen können die Dateien nun als Export XLIFF 1.2 extrahiert werden.

Video-Tutorial zum Export von Xliff-Dateien

Hier ein Beispiel für den XLIFF-Export einer einzelnen Landingpage für die Übersetzung ins Englische:

Der Weg zurück ins Backend: Xliff-Dateien reimportieren

Sind die Texte erst einmal übersetzt, können diese kinderleicht wieder importiert werden. So geht’s:

  1. Den Menüpunkt WPML > Übersetzungen aufrufen
  2. Im unteren Export- und Importbereich auf Datei auswählen klicken
  3. Zu importierendes Xliff-Dokument auswählen
  4. Auf Upload klicken

Vor- und Nachteile eines XLIFF-Exports

Vorteile

  • Zeit- und Geldersparnis durch auf CAT-Tools zugeschnittenen Export
  • Die Seiten werden vollständig exportiert (inkl. Widgets/ Module/etc.)

Nachteile

  • Kostenpflichtig (einmalig 79,00 $ und pro weiteres Jahr 59,00 $)
  • Zusätzliches Plugin, das vorab installiert werden muss

TIPP

Egal für welches Format Sie sich entscheiden, vor einer Fachübersetzung der Inhalte, sollte stets eine Pseudoübersetzung zum Testimport vom Übersetzungsbüro übermittelt werden, um sicherzustellen, dass die Zieldatei problemlos wieder in WordPress importiert werden kann.

Kostenlose und kostenpflichtige Alternativen zu WPML

WPML ist natürlich nicht das einzige Plugin, welches den Export und Import von Xliff-Dateien ermöglicht. Weitere Kandidaten sind beispielsweise Weglot, Polylang und MultilingualPress.
Betrachtet man allerdings die verfügbaren Funktionen der kostenfreien Tools und die Preise der kostenpflichtigen Plugins, scheint WPML die beste Wahl zu sein.

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Fazit: Das Preis-Leistungsverhältnis macht’s aus

Wer seine WordPress-Seite übersetzen lassen will, kann wie beschrieben zwischen den beiden Formaten XML und Xliff wählen. Beide Varianten haben Vor- und Nachteile. Für eine Übersetzung mithilfe von CAT-Tools, die professionelle Übersetzungsbüros nutzen, bietet sich der Datenexport als Xliff an, da dieses Format direkt eingelesen und bearbeitet werden kann. Grundsätzlich können aber auch XML-Dateien verarbeitet werden, hier muss das Übersetzungsbüro nur in der Regel Stunden für die Vorbereitung der Datei veranschlagen.

Über den Autor

Projektmanager Übersetzung Marco Lupo aus dem Kolibri-Team

Marco Lupo
Translation Manager
+49 40 5247774-17
m.lupo@kolibri.online
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